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Toaststapel für den Tag ‘Wolfenstein’

Zurück in Wolfenstein

Nicht nur auf der Leinwand (Inglourious Basterds) kämpft man derzeit gegen Nazis. Im neusten Wolfenstein Ableger kehren wir auch wieder in diese Zeit zurück und sehen dabei auch mal etwas mehr Hokuspokus als erwartet.

2001 habe ich Anderen zum ersten Mal über Internet mit Maus und Tastatur auf den Deckel gegeben. Zu der Zeit ist Return To Castle Wolfenstein erschienen und wie ich mich erinnern mag, hat es die Spieleszene nicht wirklich revolutioniert. Mal abgesehen vom einigermassen guten Einzelspieler Modus, war ich natürlich dank meiner neuen Internetanbindung nun am Mehrspielermodus interessiert und wurde so Multiplayer Technisch entjungfert.

Für mich war das damals das totale Highlight und ich konnte mich Jahre später, als ich das Spiel nochmal online betrat, ohne Probleme gegen meine Mitspieler behaupten.

Hokuspokus Wolfenstein

Wolfenstein ist nun also wieder zurück und will einfach keine Ruhe finden. Grafisch ist das Ganze nett aufbereitet, bietet aber nichts aussergewöhnliches.

Was mir neu ist: Der ganze Hokuspokus. Während in anderen Wolfensteinteilen die Träger von Hackenkreuzen lediglich mit Blei beworfen wurde, darf nun auch der kleine schlummernde Harry Potter im Hauptcharakter – welcher natürlich Amerikaner ist, was sonst – seinen Teil dazu beitragen, den Abschaum zu vernichten. Mit einem Medallion oder Artefakt ist es möglich, sich beispielsweise schneller zu machen und so Gegner auszuschalten, bevor diese nur daran denken das Gleiche mit dem Spieler zu machen. Man kann sich aber auch in eine Zwischendimension versetzen in der man durch sonst pikelharte Wände schlendern kann.

Nette Idee und überhaupt nicht das, was ich von einem Wolfenstein erwartet hätte. ich kann mich damit abfinden, entspricht aber nicht so meinen Erwartungen.

Wolfenstein: Buuuhuuuu

Der Hobby-Held vom Dienst

Wie bereits erwähnt, spielt man den alles könnenden, typischen Bilderbuch Amerikaner, der es alleine mit einer ganzen Armee aufnehmen könnte. Die Zwischensequenzen sind dabei spannend und filmreif inszeniert und machen auch Spass beim Ansehen.

Wolfenstein: Mager

“Äi schpiik Tschörmen Inglisch”

Warum man darauf verzichtet hat, die Deutschen Gegner mit Deutschen Synchronstimmen auszustatten, ist mir schleierhaft. Statt dessen hat man ihnen ein Englisch mit klar definiertem Deutschen Akzent eines Englischschülers im ersten Schuljahr verpasst. Das klingt cool und passt an Stelle einer komplett Deutschen Stimme natürlich auch, aber geht mir persönlich bei langen Textphrasen ziemlich auf den Sack.

Wolfenstein: Akzent

Miserabler Mehrspielermodus

Da mir der Einspielermodus ziemlich schnell zu langweilig wurde und ich als von Return To Castle WOlfenstein entjungferter Mehrspielerfan darauf lust hatte, wieder in dieses Erlebnis einzutauchen, habe ich bereits nach kurzer Zeit Server im Netz gesucht. Hier fiel mir erstmal auf, dass sich trotz meines PS3 ablegers nichts an der Serverauswahl geändert hat – und damit meine ich, dass der PING bzw. die Latenzzeit immer noch als wichtigstes Merkmal für ein gutes Spiel gilt – und ich wieder mal ewig nach einem geeigneten Spiel suchen musste. Ich dachte die Zeiten wären heute vorüber gezogen, da es sowas nicht mal bei anderen Multiplayer tauglichen Spielen der PS3 noch gibt. Da habe ich mich aber scheinbar getäuscht und auf Grund der geringen Serverzahl durfte ich mich auch erstmal an den langsamen und ruckelten Spielen nerven.

Als ob das nicht genug wäre, hat der Multiplayer leider gar nicht mehr den Charm von damals und ich habe nach gut 20 Minuten mein Gamepad zur Seite gelegt.

Wolfenstein: Multiplayer

Fazit

Mir gefällt, dass sich das Spiel jedenfalls in meiner UK Version (also auch uncut) realitätsnah anfühlt. Das macht mich nicht zum Amokläufer sondern zu einem Spieler, der gerne auf Tatsachen spielt (nicht Geschichtlich betrachtet).

Mir gefällt nicht, dass der von mir so geliebte Multiplayer Modus leider sehr lasch und zerbrechlich daher kommt, als wäre er nur so als Trostfeature, überhaupt einen Multiplayer haben zu können, am Schluss noch schnell entwickelt worden.

Also ein solider, aber nicht hervorragender Egoshooter und ein Spiel für Fans von Prey und Half-Life 2 (auf Grund des Hokuspokuses und dem Spiel mit der Physik).


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